Eindrucksvolle Artenvielfalt auf den LBV-Grundstücken

 

Details zu LBV-Flächen Teil 1 - 2011

Details zu LBV-Flächen Teil 2 - 2011

Artenliste Pflanzen 2011

Artenliste Tierarten 2011

Details zu LBV Flächen 2015

Artenliste Pflanzen 2015

Artenliste Tierarten 2015

 

alle Fotos ohne Namensnennung Georg Knipfer

 

LBV-Schutzgebiete "Oase der Artenvielfalt - Ergebnisse des Glückspiralenprojekts 2011 "

1. Umweltbeobachtung - Grundlage für erfolgreichen Artenschutz!

 

Siedlungsentwicklung, Straßenverkehr und intensive Landwirtschaft haben die früher überall vorhandenen naturnahen Lebensräume auf Inselflächen zurückgedrängt. Deshalb ist der Schutz der letzten noch erhalten gebliebenen naturnahen Biotope besonders wichtig. Der Landesbund für Vogelschutz, Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV), bemüht sich besonders um diese letzten Refugien.

 

Der LBV ist im Landkreis Neumarkt mittlerweile ein bedeutender Flächenbesitzer. Die ersten Flächen konnten im Jahr 1979 im Raum Breitenbrunn erworben werden. Mittlerweile befinden sich 59,05 Hektar Naturschutzflächen in LBV-Besitz. Sie verteilen sich auf insgesamt 99 Einzelflächen. Den größten Flächenanteil machen die von der Landesgeschäftstelle in Hilpoltstein betreuten Wiesenflächen in der Schwarzachaue bei Schmellnricht mit insgesamt 34,43 Hektar aus. Die restlichen knapp 25 Hektar liegen über den Landkreis verstreut. Dazu kommen noch ca. 9 Hektar an Pachtflächen, so dass die LBV-Schutzgebiete insgesamt rund 68 Hektar umfassen.

 

Es genügt jedoch nicht, ökologisch wertvolle Flächen anzukaufen oder zu pachten. Um die Artenvielfalt erhalten zu können, müssen die Flächen gezielt bewirtschaftet oder gepflegt werden. Für eine optimale fachgerechte Pflege und Entwicklung muss man über die jeweiligen Tier- und Pflanzenvorkommen Bescheid wissen.

 

Im Jahr 2011 haben Experten im Auftrag des LBV erstmals über ein Glückspiralenprojekt LBV-Schutzgebiete im Landkreis Neumarkt auf Tier- und Pflanzenvorkommen hin untersucht. Neben einer Gesamtübersicht aller angetroffenen Arten wurden die untersuchten Flächen einzeln beschrieben und bewertet. Außerdem wurde für jede der 19 Flächen ein spezieller Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet, in dem wichtige Umsetzungsmaßnahmen dargestellt werden.

 

2. Beschreibung und Lage der untersuchten Flächen

 

Die 19 untersuchten Grundstücksflächen der LBV-Kreisgruppe Neumarkt befinden sich in unterschiedlichen Naturräumen und beinhalten verschiedenste Lebensraumtypen. Der überwiegende Teil der LBV-Flächen liegt in den sehr vielfältigen und strukturreichen Juratälern von Weißer und Schwarzer Laaber. Dort findet man beweidete Kalkmagerrasen und Kalkflachmoore mit Streuwiesen und Hochstaudenfluren, aber auch Sonderstandorte mit Sand- und Borstgrasrasen sowie Felsheiden. Auch Reste von Kalkbuchenwäldern, Erlenbrüchen und sonstigen wertvollen Gehölzbeständen sind vertreten. Die Gesamtgröße der untersuchten Flächen liegt bei ca. 24,90 Hektar. Eine Übersichtskarte zeigt die untersuchten Flächen sowie die übrigen LBV-Grundstücke im Landkreis Neumarkt.

 

Im Rahmen der faunistischen und floristischen Untersuchungen auf 19 ausgewählten Eigentums- und Pachtflächen der LBV-Kreisgruppe Neumarkt konnten im Jahr 2011 82 Tagfalterarten, 37 Heuschreckenarten und 495 Pflanzenarten nachgewiesen werden.

Unter den 495 Pflanzenarten befinden sich 57 Arten der Roten Listen und 83 Arten der Vorwarnlisten. Somit kommen auf ca. 25 Hektar untersuchter Fläche ungefähr ein Fünftel aller bayerischen Gefäßpflanzenarten vor! Diese enorm hohe Zahl an Pflanzenarten beruht insbesondere auf der Vielzahl verschiedener Biotoptypen mit entsprechend unterschiedlichen Pflanzengesellschaften.

Bei den Tagfaltern konnten mit 82 Arten sogar 63% aller außeralpin vorkommenden 130 Arten auf den untersuchten LBV-Flächen nachgewiesen werden. Hiervon sind 37 Arten in der Roten Liste vertreten, weitere 14 Arten finden sich in den Vorwarnlisten.

Die Heuschrecken sind auf den LBV-Flächen mit 37 Arten vertreten. Dies entspricht einem Anteil von 56% aller in Bayern vorkommenden Arten. Von diesen befinden sich 15 Arten in den Roten Listen, weitere 6 Arten sind in den Vorwarnlisten vertreten.

In Bezug auf die sonstigen Tiergruppen gelangen bei den Libellen Nachweise von 24 Arten, bei den Nachtfaltern (nur bei Tagbegehungen beobachtet Arten) von 71 Arten, bei den Amphibien/Reptilien von 11 Arten, bei den Vögeln von 66 Arten und bei sonstigen Artengruppen (Spinnen, Netzflügler, Singzikaden, Säugetiere) 6 Arten. Unter den sonstigen Tiergruppen mit insgesamt 179 Arten sind 37 Rote Liste-Arten und 28 Arten der Vorwarnlisten vertreten.

Die Gesamtartenzahl der ausgewerteten Tier- und Pflanzenarten liegt insgesamt bei 792 Arten. Über die ebenfalls untersuchten Artengruppen der Hautflügler, Zweiflügler und Käfer liegen noch keine abschließenden Daten vor, da noch zahlreiche Arten untersucht und ausgewertet werden müssen. Berücksichtigt man, dass etliche Tiergruppen nur nebenbei, manche (sehr artenreiche) Tiergruppen wie nachtaktive Schmetterlingsarten überhaupt nicht in die Untersuchung einbezogen wurden, dürfte die tatsächliche Zahl der auf den LBV-Flächen vorkommenden Tier- und Pflanzenarten noch wesentlich höher liegen.

Den LBV-Schutzgebieten im Landkreis Neumarkt kommt somit eine sehr wichtige Rolle bei Erhaltung der Artenvielfalt zu. Manche Flächen, z.B. z.B. die Kalkmagerrasen bei Gastelshof sind sogar als landesweit bedeutsam zu betrachten, da sich hier besonders viele bedrohte und starke bedrohte Arten finden. Auch Einzelflächen im bzw. im Umfeld des Lengenbachtaes spielen eine für den Artenschutz besonders große Rolle. Sämtliche Flächen dienen als wichtige Trittsteine und können naturschutzfachlich in den meisten Fällen noch weiter verbessert werden. In allen Flächen konnten bedeutende Artvorkommen mit zahlreichen Arten der Roten Listen nachgewiesen werden.

Der LBV steht als Artenschutzverband in der Verantwortung, diese Schutzgebiete in einem für den Naturschutz günstigen Zustand zu erhalten. Die auf ehrenamtlicher Basis arbeitende LBV-Kreisgruppe will die vorgeschlagenen Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden und dem Landschaftspflegeverband umsetzen. Sie setzt dabei aber auch auf die Unterstützung von Städten und Gemeinden, von den Bayerischen Staatsforsten sowie von Landwirten, Jägern, Waldbesitzern und anderen in und mit der Natur wirtschaftenden gesellschaftlichen Gruppen.

Mit großzügiger Unterstützung einiger Firmen aus dem Landkreis konnten wir ein 12-seitiges Informationsheft über unsere LBV-Grundstücke herausgeben, das wir Ihnen gegen eine Schutzgebühr von 2,00 € gerne zusenden (Bestellung unter: info@lbv-neumarkt.de oder Tel. 09179 / 96 35 20).

 

Erfassungen Fauna/Flora auf LBV-Grundstücken im Lkr. NM – Teil 2 (2015) Genista
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1. Einleitung
Dieser Berichtsteil enthält die Ergebnisse des zweiten Erfassungsdurchganges zur faunistischen und floristischen Erfassung der LBV-Flächen im Landkreis Neumarkt. Nachdem im Jahr 2011 bereits 19 Flächen mit einer Gesamtgröße von knapp 25 Hektar untersucht wurden, fanden 2015 weitere Erfassungen auf insgesamt 15 neuen Flächen mit einer Größe von ca. 17,4 Hektar statt. Eine weitere Fläche wurde nochmals begangen, so daß tatsächlich 16 Flächen im Jahr 2015 untersucht wurden. Bei den 34 untersuchten Flächen handelt es sich um den überwiegenden Teil der Flächen, welche die Kreisgruppe als Eigentum besitzt oder angepachtet hat. Einige weitere Flächen, z.B. die überwiegend von der Landesgeschäftsstelle in Hilpoltstein betreuten Wiesenflächen in der Schwarzachaue bei Schmellnricht, wenige Kleinflächen im Wissinger Laabertal bei Breitenbrunn sowie eine weiteren Fläche im Wünnaubachtal bei Pilsach sind noch nicht untersucht. Die Gesamtfläche der kartierten Standorte beträgt somit ca. 42,4 Hektar.
2. Beschreibung und Lage der untersuchten Flächen
Die untersuchten Flächen im Jahr 2015 liegen im westlichen und mittleren Teil des Landkreises Neumarkt. Sie betreffen unterschiedliche Naturräume, ausgehend vom Mittelfränkischen Becken, dem Vorland der Mittleren Frankenalb über die Mittlere Frankenalb bis in die Südliche Frankenalb. Ebenso unterschiedlich wie die Naturräume selbst sind die untersuchten Lebensräume ausgehend von bodensauren Sandmagerrasen und Feuchtwiesen in den Sandgebieten im Westteil und im Sulztal über Ackerflächen, extensive Mähwiesen und Streuobstwiesen auf den Zeugenbergen zu Kalkquellmooren, Hochstaudenfluren, Streuwiesen, Teichen und Schluchtwäldern im Albvorland und im Weißen Laabertal bis zu Kalkmagerrasen und Steinbrüchen im Bereiche des Juratraufs. Somit wird ein Großteil der im Landkreis Neumarkt vorkommenden Biotoptypen abgedeckt. Defizite gibt es z.B. noch bezüglich der Lebensraumtypen Sandkieferwälder, Eichen-Hainbuchenwälder, bodensaure Moorgesellschaften, Zwergstrauchheiden, Sandgruben oder von Kalkscherbenäckern.
Eine Übersicht über alle 2015 untersuchten Flächen und weitere wichtige Daten zu diesen Standorten sind der nachfolgenden Tabelle sowie der Übersichtskarte zu entnehmen.

 

 

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