Seinen deutschen Namen erhielt der Raufußkauz wegen seiner pelzartig dicht befiederten Füße und Zehen. Der Raufußkauz gleicht in seiner Größe etwa dem Steinkauz, wobei die beiden Arten gut zu
unterscheiden sind. Der Raufußkauz hat einen kugelig-runden Kopf mit markant ausgeprägten Gesichtsschleier. Es wirkt, als hätte er einen überraschten Gesichtsausdruck.
Sein Vorkommen beschränkt sich überwiegend auf ausgedehnte Wälder mit Altbaumbeständen. Wichtig für den Raufußkauz sind Schwarzspecht-Höhlen, da
nur diese Spechtart Höhlen baut, die groß genug sind für den Raufußkauz. Er brütet in diesen Schwarzspecht-Höhlen oder legt hier seine Beutedepots an. Der Schwarzspecht wiederum baut in seinem
Leben nur 1 – 2 Spechthöhlen, darum ist es so essenziell wichtig, die Spechtbäume im Wald zu belassen. Eine zu intensive Waldwirtschaft verhindert die Stabilisierung dieser Art in unserem
Landkreis. Der Raufußkauz ist auf das Verständnis der Waldbesitzer angewiesen, so dass diese Bäume erhalten bleiben. Hier brüten unter anderem auch Singvögel und Eulen. Auch Bilchen und
Fledermäuse benutzen die Höhlen, um ihre Jungen zu gebären und diese groß zu ziehen. All diese Arten und noch viele mehr sind notwendig, um ein funktionierendes Ökosystem Wald zu
etablieren.
Im Landkreis Neumarkt gibt es nur sehr vereinzelt Brutpaare. Der Nachweis ist nur sehr schwer zu erbringen, denn ein balzendes Männchen verheißt
noch lange nicht auch eine erfolgreiche Brut. Die Vorkommens Nachweise beschränken sich im Wesentlichen auf 5 Waldgebiete. Diese liegen in den Gemeinden Neumarkt/Deining, Pyrbaum, Berching,
Breitenbrunn/Dietfurt und Velburg. Der Raufußkauz benötigt ein großes Jagdgebiet, um erfolgreich im Wald überleben zu können.
Die LBV-Kreisgruppe Neumarkt hat 15 Nistkästen angebracht, um den Raufußkauz eine mögliche Bruthöhle zu bieten. Die Nistkästen werden allerdings
nur sehr zögerlich bis gar nicht angenommen. Hier zeigt sich, dass es gar nicht so einfach ist, adäquate Ersatzhöhlen anzubieten. Wir gehen davon aus, dass es in den letzten Jahren
durchschnittlich ca. 2-4 Brutpaare im Landkreis gegeben hat, ohne dies mit exakten Daten belegen zu können.
Der Raufußkauz ist stark auf die Dunkelheit spezialisiert, so dass er fast ausschließlich im dunklen jagt. Bei gutem Jagderfolg legen die
Männchen in der Bruthöhle sowie in nahen gelegenen Höhlen, Zweigen oder Baumstümpfen Beutedepots an. Dadurch ist der Raufußkauz tagsüber kaum zu Gesicht zu bekommen. Der Raufußkauz richtet sich
bei der Beutebeschaffung nach der am leichtesten und häufigsten zu erbeutenden Biomasse in seinem Jagdgebiet. Zumeist sind es Wühl- und Rötelmäuse, die er an Waldwegen, Waldlichtungen oder
Waldrändern erfolgreich jagen kann. Er ist ein ausgesprochener Wartenjäger und nutzt dazu Ansitzplätze im Wald mit unterschiedlichen Höhen.
Die Brutdauer beträgt 27-30 Tage. Es dauert weiter 27-38 Tage, bis die Nestlinge die Bruthöhle verlassen. Das Weibchen bebrütet die Eier allein
und wird in dieser Zeit, sowie in der ersten Aufzuchtzeit, vom Männchen gefüttert. Die Gelegegröße beträgt 3-6 Eier, der Legeabstand beträgt 2 Tage. Das Weibchen beginnt mit der Eiablage des 2.
Ei zumeist auch mit dem Brüten. So schlüpfen die Jungen auch an unterschiedlich aufeinanderfolgenden Tagen.
Der Raufußkauz ist ein reiner Waldbewohner, darum ist er stark auf ein funktionierendes Ökosystem Wald angewiesen. Falls Sie Beobachtungen über
Käuze oder Eulen gemacht haben oder jemanden kennen, der diese gemacht hat, dann bitte melden Sie sich bei Joachim Körner Tel. 0151-68117447. Wir freuen uns sehr über ihre Meldung bei uns, so
dass eine möglichst lückenlose Bestandserfassung stattfinden kann.
Weitere Informationen zu unseren heimischen Eulenarten finden Sie hier.