Fotos Schleiereule Xaver Gilch
Im Landkreis Neumarkt hatte die Schleiereule in den letzten 60 Jahren einen schweren Stand. Der zunehmende Lebensraumverlust, der bereits in den 1950er Jahren begann, weitete sich immer stärker
auf die damalige bestehende Kulturlandschaft aus. Die Landwirtschaft wurde immer intensiver und die Scheunen wurden verschlossen. So kam es, dass es bis in den Anfang der 1980er Jahre nur noch
wenige Brutpaare im Landkreis gab. Seit dieser Zeit wird die Schleiereule durch das Anbringen von künstlichen Nistkästen unterstützt. Die Anzahl der Brutpaare dagegen hat sich bis jetzt nicht
wieder erholen wollen. So sind gerade noch 6 Brutpaare im Jahr 2025 im Landkreis Neumarkt nachgewiesen worden.
Dank der Landwirte und Scheunenbesitzern, die uns erlauben, Nistkästen in ihren Stallungen anzubringen, helfen den Bestand der Schleiereulen zu
erhalten und diesen in Zukunft wieder zu stärken. Durch die drei neuen Nistkästen und dem Umbau eines Taubenschlages, erhöht sich die Anzahl auf 45 Schleiereulen-Nistkästen, die von der
LBV-Eulengruppe Neumarkt betreut werden.
Die Schleiereule lebt bevorzug in einer Abwechslungsreichen Offenlandschaft die im Landkreis vor allem zwischen Neumarkt und Hilpoltstein zu
finden ist. Zur Jagd benötigt die Schleiereule Hecken, Baumreihen und Wegränder an denen Sie ihre Hauptnahrung, kleine Säugetiere wie Mäuse und Ratten in seltenen Fällen auch Vögel finden und
erlegen kann. Darum ist es wichtig die Hecken und Ackersäume zu erhalten und auch neue anzulegen. Hier finden viele verschiedene Arten ihre Lebens- und Nahrungsgrundlage. So gering ein
Wegesrand oder Ackersaum auch aussehen mag, wenn diese nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden herrscht gerade hier eine große Artenvielfalt.
Die letzten Brut-Vorkommen der Schleiereule im Landkreis beschränken sich Aktuell auf die Gemeinden Freystadt und Mühlhausen. Die Gemeinden
Berngau, Pyrbaum, Sengenthal, Berg, Berching und Postbauer-Heng hätten von der Landschaftsstruktur großes Potential auch hier die Schleiereule wieder ansässig zu machen. Hier bedarf es
Unterstützung von Scheunenbesitzern, bei denen wir die Schleiereulen-Nistkästen anbringen dürfen. Die Kästen werden im inneren der Scheunen montiert mit Zugang nach außen.
Die Schleiereule ist ein Standorttreuer Vogel, der auch den Winter hier verbringt. Darum ist es wichtig den Schleiereulen Zugang zu Stallungen zu
gewähren, wo sie im Winter, bei geschlossener Schneedecke, ihre Nahrung finden kann. Es ist wichtig das Ratten und Mäuse nicht vergiftet werden, sondern einer natürlichen Bekämpfung über
Beutegreifer stattfindet. Ein Schleiereulenpaar vertilgt in einer Brutsaison bis zu 3000 Mäuse mit Ihrem Nachwuchs. Wenn ein Mäuse Gradationsjahr stattfindet, brüten Schleiereulen bis zu dreimal
in einem Jahr. Auf das überhöhte Nahrungsangebot, reagiert diese Eulen Art, mit einer außergewöhnlich hohen