Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Die Störche brüten wieder in Freystadt, Seligenporten und Berching

In Freystadt sind seit einigen Wochen die Störche wieder aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt. Unser LBV-Mitglied Silvia Augustin, die in Freystadt ein Auge auf die Störche wirft, hat bis auf wenige Ausnahmen bestätigen können, dass es sich um dieselben Tiere wie im letzten Jahr handelt. Seit Februar wurden bereits die Nester von den Störchen ausgebessert und besetzt.

In den Ortschaften Berching und Seligenporten brütet jeweils nur ein Storchenpaar. In Freystadt sind es aktuell 13 besetzte Storchennester und 3 bis 4 weitere Nester sind im Bau, doch diese verweht immer wieder der Wind. Es werden Plätze ausgesucht, die zu wenig Halt für ihre Nester bieten. Das zahlreiche Vorkommen in Freystadt ist eine Ausnahmesituation im Regierungsbezirk Oberpfalz, nirgends gibt es mehr brütende Weißstörche. Der Weißstorch gilt in Europa als besonders geschützte Art und steht in Deutschland auf der Vorwarnliste.

 

Bedingt durch den Klimawandel reisen immer weniger Störche im Winter nach Afrika. In der Zwischenzeit überwintern viele Störche in Südeuropa, manche bleiben den Winter über auch hier in Bayern. Dies hat zur Folge, dass es weniger „Reise-Tote“ gibt.

Der Weißstorch gehört zu den streng geschützten Tierarten. Die Niststätten sind gesetzlich geschützt. Ein Nest darf also auch nicht im Winterhalbjahr, bei Abwesenheit der Störche, entfernt werden und selbst mit Genehmigung ist in der Regel ein gleichwertiger Ersatz zu beschaffen. Mit der Zunahme der Brutpaarzahlen und der lokalen Verdichtung, nehmen Bruten und damit Konflikte an weniger oder ungeeigneten Standorten zu, z.B. bei Nestbau auf noch genutzten Kaminen oder Strommasten. Daraus ergeben sich auch immer Konflikte bei Verschmutzung durch Kot oder herunterfallendes Nistmaterial, was für Unmut in der Bevölkerung oder bei Gebäudeeigentümern sorgt. Hierzu hat der LBV einen Leitfaden (Hausbesitzer und Gemeinden) entwickelt, mit deren Hilfe einige Probleme leichter zu lösen sind. Diesen können Sie beim LBV anfordern oder auf der Homepage herunterladen.

 

Ja, sie bringen ein paar Probleme mit sich, wenn sich die Population so großartig entwickelt. Auf der anderen Seite kommen Gäste von weit her, um die Störche in Freystadt zu bewundern. Welch Schauspiel ist es, wenn sich die Brutpaare mit lauten Schnabelgeklapper begrüßen, die Kaffee- und Eisdielenbesucher schauen eine ganze Zeitlang bei jedem Anflug nach oben. Es ist auch imposant, wenn ein Storch mit ca. 2,00 m Flügelspannweite auf 5,00 m Entfernung über einen drüber segelt. Bei der Dichte der Störche in Freystadt, ist das im Minutentakt der Fall. 

Sie bringen noch viel Nistmaterial, um die bestehenden Nester zu verbessern. Die 3-4 Brutpaare, die noch kein Nest haben, versuchen, diese an den unterschiedlichen Stellen zu bauen.

Wenn es zu Unfällen oder Abstürzen kommt, sollte immer die untere Naturschutzbehörde (uNB) im Landratsamt die erste Anlaufstelle sein. Dies gilt auch, wenn ein Junges vom Dach fällt oder ein Elterntier bei der Jungenaufzucht ausfällt. Näheres finden Sie in den schon vorher genannten Leitfaden für Hausbesitzer und Gemeinden.

In der Stadt Freystadt können Sie über 30 Störche den Tag über beobachten. Um hier genügend zum Fressen zu finden, wären weitere extensiv genutzte Wiesenflächen entlang der Schwarzach nötig.

 

Wir sind gespannt, was das weitere Jahr für unsere Störche bringt.

 

Fotos © Joachim Körner